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Gemeinschaftspraxis Uetendorf

Dr. med. Matthias Tapis - Dr. med. Mirjam Rolli

Diphtherie, Starrkrampf und Keuchhusten

Kombinationsimpfung gegen Diphtherie, Starrkrampf (Tetanus) und Keuchhusten (Pertussis). In der Schweiz treten dank dieser Impfung zwar keine typischen Diphtherie-Erkrankungen mehr auf; der Krankheitserreger ist aber trotzdem noch vorhanden. Bei geringer Impfhäufigkeit könnte es wieder zu den Epidemien kommen, die früher so gefürchtet waren. Die massive Epidemie in den letzten Jahren in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion belegt dies sehr deutlich.

Diphterie

Die Diphtherie beginnt meistens mit Halsweh. In Nasen und Hals bilden sich Beläge, welche die Atmung behindern und zum Erstickungstod führen können («echter Krupp»). Die Diphtherie ist noch nicht eliminiert, und nicht geimpfte Kinder können sich jederzeit anstecken und schwer erkranken.

Starrkrampf

Starrkrampf (Tetanus) entsteht durch einen Erreger, der im Boden und im Darmtrakt von Menschen und Tieren vorkommt. Er dringt durch Verletzungen (vor allem Stichwunden und Verbrennungen) in den Körper ein. Sein Gift reizt das Nervensystem und löst äusserst schmerzhafte Muskelkrämpfe aus. Die Lähmung der Atemmuskulatur und die muskuläre Verkrampfung der Schlundmuskulatur führen in etwa 20% der Infektionen zum Tode. In jedem Fall ist bei Starrkrampf eine aufwendige Intensivpflege notwendig. Dank der nahezu vollständigen Durchimpfung der Bevölkerung und der ausgezeichneten Schutzwirkung der Impfung gibt es in unserem Lande weniger als fünf Tetanus-Erkrankungen pro Jahr. Eine Immunprophylaxe zum Schutz vor Tetanus ist für jeden Menschen - gleich, welchen Alters - unabdingbar. Denn Tetanussporen sind überall, nicht nur in der Gartenerde und im Strassenstaub, sondern auch in Blumenkästen und auf dem Fußboden einer sauberen Wohnung anzutreffen. Alle Menschen sind dementsprechend gegenüber Tetanussporen exponiert.

Keuchhusten

Keuchhusten (Pertussis) ist sehr ansteckend. Die Krankheit ist charakterisiert durch heftige Hustenanfälle, die oft bis zu schweren Erstickungsanfällen führen (im Volksmund als «Stickhusten» oder «Blauhusten» bezeichnet). Die Anfälle können bis zu 50mal pro Tag auftreten und sind erschöpfend und beängstigend. Im allgemeinen dauert ein Keuchhusten 3-4 Wochen, der Husten kann aber noch länger anhalten. Komplikationen sind Lungenentzündung, Krämpfe und gelegentlich bleibende Schädigungen des Gehirns.
Keuchhusten gefährdet vor allem Säuglinge, die sogar daran sterben können. In den letzten 15 Jahren sind in der Schweiz nur noch wenige Todesfälle vorgekommen.

Die Impfstoffe (DTP)

Zum Schutz gegen Diphtherie, Tetanus und Pertussis wird normalerweise ein Dreifachimpfstoff (DTP oder DTaP) oder ein Vierfachimpfstoff DTP-Hib (Hib = Haemophilus influenzae Typ b, siehe unten) in einer einzigen Spritze verwendet. DTP wir im ersten Lebensjahr dreimal gespritzt, im Alter von 2, 4 und 6 Monaten. Auffrischimpfungen sind im Alter von 18-24 Monaten und mit 5-7 Jahren notwendig. Weitere Auffrischimpfungen gegen Diphtherie und Tetanus sind mit 11-15 Jahren und danach alle 10 Jahre angezeigt. Die Dosis des Diphtherie-Impfstoffs wird ab dem achten Geburtstag reduziert, da nach diesem Alter stärkere lokale Reizungen auftreten können. Der Impfstoff wird dann als dT bezeichnet.