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Gemeinschaftspraxis Uetendorf

Dr. med. Matthias Tapis - Dr. med. Mirjam Rolli

Hausstaub und Hausstaubmilben

Hausstaubmilben sind überall dort anzutreffen, wo Menschen und Tiere sich aufhalten. Sie ernähren sich bevorzugt von deren abgeschilferten Hautschuppen, wobei der Tagesbedarf einer Million Milben durch einen einzigen Menschen gedeckt wird.
Diese eigentlich harmlosen Tierchen leben bevorzugt an feucht-warmen Orten, wo sie sich massenhaft vermehren.
Die ideale Geburtsstätte einer Milbensiedlung ist daher das Bett. Vom Bett dehnt sich die wachsende Milbenbevölkerung über das gesamte Schlafzimmer und den weiteren Wohnraum aus. Die winzigen Kotbällchen dieser Tiere zerfallen an der Luft und werden leicht aufgewirbelt. Sie schweben als Bestandteile des Staubes in unserer Atemluft.

Milbenallergie

Nach dem Einatmen der Kotbällchen-Bestandteile werden Stoffe freigesetzt, die beim Allergie-Patienten eine heftige Abwehrreaktion auslösen. Häufige Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie sind dauerhafter Schnupfen oder aber Husten und Atemnot. Letzteres sind typische Asthma-Anzeichen. Sie treten bei Kinder und jungen Erwachsenen oft bereits an erster Stelle auf. Im Krankheitsverlauf kommt es schliesslich durch die anhaltende Reizung der Atemwege zu Entzündungsprozessen, die bei Allergikern langfristig zu einer Zerstörung des Lungengewebes führen können.

Hausstaubsanierung

  • Sanieren Sie in erster Linie Ihr Schlafzimmer, ein Drittel des Tages verbringen Sie dort.
  • Entfernen Sie "Staubfänger" wie Teppiche, Felle, Bettvorleger, schwere Vorhänge, gepolsterte Sofas, Textiltapeten und Plüschtiere.
    Ideale Böden: Linoleum, Platten, Parkett. Wenn Teppich am ehesten noch Kunstfaser-Material .
  • Decken und Kissen sollten mit Kunstfasern gefüllt sein und dadurch leicht waschbar oder von einem milbendichten Überzug umhüllt sein.
  • Kaufen Sie sich einen milbendichten Überzug für die Matratze
  • Das Schlafzimmer sollte trocken (Luftfeuchtigkeit höchstens 50 %) sein und kühl (nachts 18 Grad C).
    Lüften Sie regelmässig und versuchen Sie im Schlafzimmer tagsüber die Temperatur bei ca. 15 Grad C zu halten.
  • Halten Sie auch die übrigen Zimmer unter 50 % Luftfeuchtigkeit und bei max. 20 Grad C.
  • Entfernen Sie daher den Luftbefeuchter aus dem Schlafzimmer (oder besser ganz aus der Wohnung)
  • Entfernen Sie Pflanzen aus Ihrem Schlafzimmer
  • Tragen Sie einen Schlafanzug, um zu verhindern, dass die Hautschuppen direkt ins Bett gelangen
  • Kämmen und bürsten Sie sich nicht im Schlafzimmer. Die dabei abschilfernden Hautschuppen sind Milbennahrung
  • Textilien (Bettwäsche, Kleider) sollten bei mind. 60 Grad über 60 min gewaschen werden
  • Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, dass höchstens 1 Plüschtier im Bett schlafen darf. Geeignet sind waschbare (mind. 60 Grad). Allenfalls kann auch eine 24-stündige Lagerung in der Tiefkühltruhe den Milbengehalt reduzieren
  • Lüften Sie alle Bettteile und Inhalte besonders gründlich
  • Matratzen einmal im Jahr reinigen lassen
  • Überlassen Sie das Staubsaugen und Abstauben anderen Familienangehörigen. Benutzen Sie möglichst (leider teure) milbendichte Staubsauger. Wechseln Sieden Feinstaubfilter des Staubsaugers regelmässig.
  • Abstauben mit leicht feuchtem Lappen, Böden feucht aufziehen
  • Sofern Sie noch kein Haustier besitzen, verzichten Sie auch in Zukunft darauf (Hautschuppen, zudem mögliche Tierhaarallergie)
  • Planen Sie Ferien möglichst oberhalb 1300 m.ü.M.