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Gemeinschaftspraxis Uetendorf

Dr. med. Matthias Tapis - Dr. med. Mirjam Rolli

Sonnenschutz

Die Haut vergisst keinen Sonnenstrahl

In den letzten Jahren kam es zu einem  verstärkten Gesundheitsbewusstsein in der Bevölkerung, was die Risiken von Ultraviolett-Strahlung und Sonnenbrand betrifft. Vor allem die Schweizerische Krebsliga hat eine erfolgreiche Kampagne dazu geführt.  Sicher haben auch Sie erkannt, dass der Schutz der Haut mit Sonnenschutzmitteln und die Vermeidung eines Sonnenbrandes ganz wichtig ist. Denn die Sonne spielt beim Auslösen von Hautkrebsarten sowie längerfristig auch bei der Hautalterung eine immer bedeutendere Rolle.

Der Hauttyp - Wieviel Sonne bewirkt einen Sonnenbrand?

Wir alle kennen Menschen, die bereits nach kurzer Sonnenbestrahlung einen Sonnenbrand entwickeln, während andere fast stundenlang in der Sonne "braten" können, ohne eine Hautrötung zu erleiden. Nicht jede Haut reagiert gleichermassen auf Sonnenlicht. Man unterscheidet im europäischen Raum vier verschiedene, unterschiedlich häufig vorkommende Hauttypen:

Typ/Häufigkeit Charakteristika Sonnenreaktion  
Typ I / 2% "Nie braun, immer rot"
Helle Haut, Sommersprossen, rote Haare, blaue Augen
Hohe Neigung
zum Sonnenbrand,
fehlende
Pigmentierung
Typ II  / 12%  "Manchmal braun, immer rot"
Helle Haut, blonde Haare, blaue, grüne oder graue Augen 
Neigung zum
Sonnenbrand,
schwache
Pigmentierung 
Typ III  / 78% "Immer braun, manchmal rot"
Mässig helle Haut, dunkle oder dunkelblonde Haare, braune Augen
Widerstandsfähig
gegen Sonnenbrand,
gute Pigmentierung
Typ IV  / 8%  "Immer braun, nie rot"
Dunkle Haut, dunkle Haare, braune Augen 
Praktisch keine
Sonnenbrände,
ausgezeichnete
tiefe Pigmentierung 

Bestimmen Sie gemäss obiger Tabelle Ihren individuellen Hauttyp

Das Risiko für eine schädliche Wirkung des Sonnenlichts hängt ab von Ihrem persönlichen Hauttyp, vom Grad der Vorbräunung, vom Breitengrad, von der Dauer der Lichtexposition und von der Tageszeit (zwischen 11 und 15 Uhr Sommerzeit: fern von der Sonne aufhalten). Im Sommer sollten Sie in Mitteleuropa die nachfolgend angegebenen Richtwerte beachten:

 

Welche Strahlen bewirken Hautkrebs?

Längere Zeit einwirkendes Licht mit Ultraviolett-Anteil (vor allem Sonnenlicht, aber auch einige Kunstlichtquellen) kann krebsfördernd sein. Vor allem die Ultraviolettstrahlung im B-Bereich (UVB: Lichtwellenlängen zwischen 280 und 315 nm) sind nach heutiger Erkenntnis am meisten gefährdend.

Schutz vor schädlichen Sonnenstrahlen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, sich vor den schädlichen Auswirkungen der Sonnenstrahlen zu schützen:

  • Halten Sie sich im Schatten auf
    Aber Achtung: durch Streustrahlen können bis zu 50 % der Sonnenstahlen trotzdem Ihre Haut treffen!)
  • Wenden Sie Sonnenschutzcremen an
    Sonnencremen können richtig ausgewählt und richtig angewendet wirksam vor Sonnenschädigung der Haut schützen.
    Wichtig ist, einen genügend grossen Lichtschutzfaktor (LSF, auch SF oder SPF) zu wählen. Vergleichen Sie dazu obenstehende Tabelle.
  • Schützen Sie ausgesetzte Hautpartien durch Kleidung (T-Shirt, Mütze)
    Die Strahlendurchlässigkeit der Körperbekleidung ist abhängig von den verwendeten Rohstoffen, der Faser selbst sowie deren technischer Verarbeitung (möglichst eng gewoben) und Bedruckung.
    • Baumwolle trocken (T-Shirt): Lichtschutzfaktor 10
    • Baumwolle nass (nasse T-Shirt) ): Lichtschutzfaktor 5
    • Polyamid (z.B. Velo-Dress) Lichtschutzfaktor 4
    • Damenstrümpfe: Lichtschutzfaktor 1-2

Deshalb empfiehlt es sich unter Umständen bei langer und starker Sonnenbestrahlung, auch bedeckte Körperteile mit (wasserresistenten) Lichtschutzprodukten zu behandeln, z.B. beim Schnorcheln.

 
Gelten für Kinder besondere Verhaltensregeln?

Kleinstkinder bis 12 Monate müssen gänzlich vor Sonnenlicht geschützt werden. Ihre Haut ist sehr dünn und es konnte sich noch keine schützende Lichtschwiele bilden. Kinder sollten bei starker Sonnenlichtintensität primär der
 «4-H-Regel»: langes Hemd und Hose, Hut und Hoher Lichtschutzfaktor) folgen.
Seien Sie generell bei der Auswahl von Sonnenschutzmitteln für Kinder sorgfältig und lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten. Achten Sie bei Kleinkindern auf hypoallergene Zubereitungen mit natürlichen Micropigmenten, hohe LSF im UVA- und UVB-Bereich, bei älteren Kindern auf einen hohen LSF und vor allem eine hohe Wasserfestigkeit.

Lichtschutz, der wasser- und/oder schweissbeständig ist, vermindert das Sonnenbrandrisiko, auch wenn Sie nicht schwimmen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Produkten haften wasserfeste Präparate auch besser bei Hitze. Viele Produkte verlieren durch Temperatureinflüsse und Schwitzen einen Grossteil ihrer Wirkung. Als wasserresistent gelten Produkte, welche ihre Schutzwirkung zu 90% auch noch nach 40 Minuten Kontakt mit Wasser behalten. Es gibt heute aber auch ausgezeichnete Cremen, die sogar nach 8 Stunden Wasserkontakt noch gleich wirksam sind (wichtig bei Kindern im Schwimmbad oder am Strand...)
 

Lichtalterung - was ist das?

Unabhängig von der nicht zu beeinflussenden «natürlichen Alterung» (Zeitaltern) lösen ultraviolette Strahlen das sogenannte «Lichtaltern» (vorzeitige oder auch exogene Hautalterung) aus. Es ist bedingt durch jahrelange Einwirkung einer mehr oder weniger intensiven Lichtbestrahlung, oftmals begleitet von einer Vielzahl an Sonnenbränden. Die Lichtalterung zeigt sich an vorwiegend unbedeckten Körperregionen (Stirn, Gesicht, Handrücken und Nacken), z.B. in Form von Altersflecken, starker Faltenbildung, Elastizitätsverlust mit dem Bild der Lederhaut. Diese chronischen Lichtschäden sind nicht mehr rückgängig zu machen!  Das einzige wirksame Mittel ist die konsequente Anwendung von hochwirksamen Lichtschutzpräparaten und das Meiden von extremer Sonnenbestrahlung.

Was ist eine Sonnenallergie?

Besonders lichtempfindliche Personen stellen einige Stunden nach den ersten Sonnenkontakten rote und juckende Hautausschläge, besonders am Décolleté und im Gesicht, fest. Dafür hat sich die Bezeichnung Sonnenallergie eingebürgert, obwohl es sich nicht um eine echte Allergie handelt. Sie tritt auf, wenn die unvorbereitete Haut ungewohnt hohen und plötzlich einsetzenden Sonneneinwirkungen ausgesetzt wird. Zur Vorbeugung können eine konsequente Anwendung von Lichtschutzprodukten mit hohem LSF, vor allem im UVA-Bereich Erfolg bringen, in extremen Fällen wird eine Bestrahlung mit UVA mit langsamer Dosissteigerung (unter hautärztlicher Kontrolle) durchgeführt.
Ganz wichtig: Verzichten Sie auch auf alle Kosmetika und Parfüms, die Auslöser von Sonnenallergien sein können.

Was ist zu tun bei einem Sonnenbrand?

Grundsätzlich sollte ein Sonnenbrand unbedingt vermieden werden! Tritt er trotzdem auf, eignen sich zur Behandlung antientzündlich wirksame Produkte. Für die äusserliche Behandlung ist in erster Linie an mild wirksame, frei verkäufliche Dermokortikoide zu denken (z.B. Sanadermil). Bei schweren Formen wenden Sie sich unbedingt an einen Arzt.

Wie schützt man die Augen vor UV-Strahlung?

Gute Sonnenbrillen sind immer aus geschliffenem Glas oder Kunststoff gefertigt und tragen einen deutlich sichtbaren UV-Schutz-Hinweis (50 bis 90%).